Gestern Abend nach unserer Ankunft in Vienne haben wir unser Boot umgeräumt und grundgereinigt, da wir heute Abend zwei Gäste an Bord begrüßen werden: unser Neffe Sascha und seine Frau Laura werden uns die nächsten zwei Wochen auf unserer Reise begleiten und bei dem bald anstehenden anstrengendsten Abschnitt der Strecke unterstützen: am Rhein-Rhone-Kanal warten knapp 120 Schleusen auf uns.
Die Nacht war dieses Mal nicht gerade ruhig, da an dem Kai, an dem wir mitten im Ort angelegt hatten, immer wieder starke Wellen beim Passieren von Schiffen unser Boot ins Schaukeln brachten, nachdem die Ufer der Rhone jeweils mit Mauern befestigt sind und die Wellen deshalb immer wieder reflektieren anstatt auslaufen zu lassen.
Heute Morgen sind wir dann aufgebrochen, um einen Spaziergang in Vienne zu unternehmen. Die Kleinstadt hat mit seiner über 2.000 Jahre alten Geschichte ein römisches Erbe: von Julius Cäsar im Jahr 47 v. Chr. wurde es zur römischen Kolonie („Colonia Iulia Viennensis“), später wurde es zu einer der bedeutendsten Städte im römischen Gallien, Sitz eines römischen Gouverneurs und Verwaltungszentrum. Es gibt ein römisches Theater (ca. 10.000 Plätze – eines der größten römischen Theater nördlich der Alpen), den Tempel von Augustus und Livia aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. (einer der besterhaltenen römischen Tempel Frankreichs) und etliche weitere Reste aus der römischen Bauzeit.
Wir starten unseren Spaziergang in einer schönen kleinen Parkanlage, wo unter anderem auch eine 1895 entdeckte römische Straße eingebettet wurde.
Der „Tempel des Augustus und der Livia“ (seine Ehefrau) wurde unter Kaiser Augustus im frühen 1 Jahrhundert n. Chr. erbaut – als Ort für Feste und Zeremonien.
Die Schleuse „Piere-Bénite“ ist nach 320 km die letzte von 13 Schleusen auf der Rhone – und öffnet die Tore mit einem ersten Blick auf Lyon.
Am Zusammenfluss von Rhone und Saone in Lyon liegt das „Musée des Confluences“ – von vielen Lyonern „das Raumschiff“ genannt. Es ist ein Natur-, Völker- und Technikmuseum.
Im kleinen Stadthafen „Halte Fluviale Lyon Confluence“ bleiben wir für die kommende Nacht – und warten auf unsere Begleitung, die kurz vor Mitternacht nach einem Flug aus Nürnberg ankommen sollte.































